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Neuester Beitrag Süd-Apotheke

Apothekenalltag mit COVID-19…
Aus dem Tagebuch der Süd-Apotheke

Bereits zu Beginn dieses Jahres zeichnete sich eine bedrohliche Lage ab, spätestens im März aber war klar, dass die Corona-Pandemie nun auch Horst erreicht hatte.

„Den Apotheken obliegt die im öffentlichen Interesse gebotene Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung“, so steht es ganz am Anfang des Apothekengesetzes. Homeoffice kam nicht in Frage, unsere Kunden und auch die von uns zu beliefernden Senioren- und Pflegeheime mussten sich auf die Zuverlässigkeit unserer Lieferungen verlassen können. Wir mussten also kreativ werden und möglichst schnell umfangreiche Schutzmaßnahmen einrichten, damit auch im Quarantänefall eines Mitarbeiters die Apotheke nicht geschlossen werden musste. Dabei konnten wir von den Erfahrungen der italienischen Kollegen profitieren, bei denen COVID-19 bereits voll zugeschlagen hatte.

Zum Schutz für unsere Kunden und für uns ließen wir, als einer der ersten Betriebe in Horst, Plexi-Glas-Wände anfertigen und waren sehr froh, dass die lokale Tischlerei umgehend und schnell unsere betrieblichen Bedürfnisse umsetzen konnte. Der Zutritt zur Apotheke wurde auf zwei Kunden beschränkt, um Abstände einhalten zu können. Am Eingang zur Apotheke gab es für unsere Kunden nun eine Möglichkeit zur Händedesinfektion. Von dieser Möglichkeit wurde – wie gewünscht – reger Gebrauch gemacht, allerdings fehlte damals doch oft noch eine gewisse Routine bei der Nutzung. So wurden die einzulösenden Rezepte während des Händedesinfizierens gerne in den Mund genommen, um sie danach mit der frisch desinfizierten Hand zur Belieferung an uns weiterzureichen…

Das Team wurde in drei Arbeitsgruppen (Offizin, Heimversorgung, Verblisterung), und diese wiederum in jeweils zwei Schichten aufgesplittet, die dann ab sofort räumlich getrennt voneinander arbeiteten. Da wir alle sehr kommunikationsfreudig sind, war besonders dieses Distanzhalten eine echte Herausforderung. Nicht zuletzt der regelmäßig mitgebrachte Kuchen, Nüsse und allerlei andere Nervennahrung in Ergänzung zum Obstkorb (Vitamine!) haben oft dafür gesorgt, dass die Stimmung gut blieb. Und schließlich war auch allen klar, dass es zu diesen Maßnahmen keine Alternative gab.

Neben den strukturellen Veränderungen im Team gab es auch beim täglichen Arbeiten allerlei Kurioses zu erleben. Angefangen vom anfänglichen Ausverkauf von Desinfektionsmittel, der dazu führte, dass wir dieses schließlich selbst herstellten, mussten wir nun feststellen, dass Produkte, von denen wir es niemals für möglich gehalten hatten, plötzlich nicht mehr lieferbar waren. Aber das erlebte man ja auch an anderen Stellen (Toilettenpapier, Nudeln, …)
Auch in anderen pharmazeutischen Bereichen gab es plötzlich Engpässe: außerhalb von Europa produzierte Arzneimittel waren nun häufig nicht mehr verfügbar. Hinzu kamen besondere Abgabebeschränkungen einzelner Präparate, die in sozialen Netzwerken plötzlich als „Geheimwaffe gegen Corona“ präsentiert wurden.

Wir erweiterten unseren Botendienst und die Möglichkeit online Arzneimittel bei uns zu bestellen und liefern zu lassen, damit Gänge in die Apotheke und damit zusätzliche Kontakte auf ein Minimum beschränkt werden konnten. Dieses wurde und wird insbesondere auch von unseren älteren Kunden und anderen Risikogruppen gerne genutzt.

Im weiteren Verlauf des Frühjahrs kam die Empfehlung, Alltagsmasken zu tragen. Durch Kooperation mit der katholischen Jugendberufshilfeeinrichtung FÖRDERKORB konnten wir von jungen Menschen selbst genähte Alltagsmasken anbieten und damit zusätzlich die Möglichkeit schaffen, durch die Spende ein sinnvolles Projekt zu unterstützen. Da wir zudem nun ebenfalls ständig einen Mund-Nasen-Schutz trugen, lernten wir, trotz Plexiglasscheibe und Halbgesichts-Vermummung, mit unseren Kunden zu kommunizieren und sie mit uns.

Nach der ersten Welle kam eine leichte Entspannungsphase im Sommer, in der wir dennoch weiterhin auf die einzelnen Arbeitsgruppen aufgeteilt blieben. Als allgemeine Gesundheitsförderungsmaßnahme und zur Aktivierung unseres Immunsystems nahmen wir im September wieder am Stadtradeln in Gelsenkirchen teil. Wir sind stolz darauf, zusammen mit den anderen Betrieben des Gesundheitszentrum Horst einen Platz unter den Top 10 erreicht zu haben.

Wie wir alle wissen, befinden wir uns zur Zeit mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Aktuell erkranken mehr Menschen an COVID-19 als je zuvor. Gerade jetzt ist es daher wichtig, die so oft genannten Regeln AHA (Abstand-Hygiene-Alltagsmaske) + L(Lüften) anzuwenden. Während der vergangenen Monate konnten wir unsere Kunden sehr verantwortungsvoll und verständnisvoll erleben, insbesondere wenn es darum ging die Hygienemaßnahmen zu beachten. Dafür möchten wir uns sehr bedanken! Bitte behalten Sie dieses so bei, denn nur durch verantwortungsvolles Verhalten kann das Virus besiegt werden.

Nutzen Sie gerne weiterhin unsere Möglichkeit auch telefonisch oder online Arzneimittel zu bestellen (www.ia.de bzw. www.ihreapotheken.de) und nutzen Sie unseren Botendienst.

Vor allem aber: Halten Sie Abstand und bleiben Sie gesund!

Ihr Team der Süd-Apotheke

 


© Apotheker Heinrich Queckenberg e.K.